Ratgeber

Wann lohnt sich ein Relaunch?

Die kurze Antwort

Ein Relaunch lohnt sich, wenn die Seite auf dem Handy nicht funktioniert, niemand mehr Änderungen einpflegen kann oder die Technik ungepflegt ist. Reine Geschmacksfragen sind kein Grund — dann reicht meist eine Auffrischung.

Das Alter allein sagt nichts

„Die Seite ist von 2019" ist für sich genommen kein Grund. Es gibt sechs Jahre alte Seiten, die sauber laufen, schnell sind und regelmäßig gepflegt werden – und es gibt zwei Jahre alte Seiten, an die sich niemand mehr herantraut.

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern ob die Seite drei Dinge kann: auf dem Handy vernünftig aussehen, ohne fremde Hilfe aktualisiert werden, und technisch auf einem Stand sein, der keine Sicherheitslücke aufreißt.

Sechs Anzeichen, die für einen Neubau sprechen

Auf dem Handy unbedienbar. Winzige Schrift, verrutschte Bilder, ein Menü, das nicht aufgeht. Über die Hälfte der Besucher kommt vom Smartphone – und geht dort auch wieder.

Sie lädt spürbar langsam. Alte Seiten schleppen oft Erweiterungen aus Jahren mit sich herum, die längst niemand mehr braucht.

Niemand traut sich mehr ran. Wer sie gebaut hat, ist nicht mehr erreichbar, die Zugangsdaten sind verschollen, und jede Änderung fühlt sich riskant an.

Die Software wird nicht mehr gepflegt. Ein Redaktionssystem ohne Updates ist nach einiger Zeit ein offenes Tor – nicht theoretisch, sondern regelmäßig beobachtet.

Der Inhalt stimmt nicht mehr. Alte Preise, ein Ansprechpartner, der längst weg ist, Termine von vorletztem Jahr. Eine Seite, die falsch informiert, schadet mehr als eine schlichte.

Sie passt nicht mehr zu dem, was du machst. Das Angebot hat sich verschoben, die Seite erzählt noch die alte Geschichte.

Drei Fälle, in denen eine Auffrischung reicht

Wenn die Seite mobil sauber läuft und du nur andere Texte und Bilder brauchst, ist ein Neubau Verschwendung. Dann werden Inhalte ausgetauscht, fertig.

Wenn nur eine einzelne Funktion fehlt – ein besseres Kontaktformular, eine Terminübersicht – lässt sich das oft ergänzen, ohne alles anzufassen.

Wenn dich schlicht die Farbe stört, ist das eine Gestaltungsfrage. Die lässt sich meist innerhalb der bestehenden Seite lösen.

Ich sage das ausdrücklich, weil es gegen mein eigenes Interesse spricht: Ein Neubau, der nicht nötig ist, ist ein Neubau, den du nicht bezahlen solltest.

Was ein Relaunch praktisch bedeutet

Die alte Seite läuft weiter, während die neue gebaut wird. Es gibt keinen Tag, an dem nichts erreichbar ist – der Wechsel selbst dauert Minuten.

Deine Adresse bleibt dieselbe. Visitenkarten, Briefpapier und Einträge in Verzeichnissen behalten ihre Gültigkeit.

Alte Unterseiten bekommen Weiterleitungen auf ihre neuen Ziele, damit Besucher über alte Links richtig landen und Suchmaschinen die neue Seite als Nachfolger verstehen. Dieser Punkt wird beim Sparen am häufigsten weggelassen – und ist der teuerste Fehler.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Relaunch?
Bei einer überschaubaren Seite zwei bis vier Wochen ab Zusage. Der größte Zeitfaktor sind meist nicht die Bauarbeiten, sondern wie schnell Inhalte und Rückmeldungen kommen.
Kann ich Texte und Bilder behalten?
Ja. Was gut ist, zieht um. Was veraltet ist, fliegt raus – das entscheidet man am besten gemeinsam beim Durchgehen der alten Seite.
Was ist mit meinem laufenden Vertrag?
Den kannst du nach dem Wechsel kündigen. Achte auf die Kündigungsfrist und darauf, dass die Domain auf dich läuft, bevor du kündigst.

Unsicher, ob sich das lohnt?

Schick mir die Adresse deiner Seite. Ich schaue drauf und sage dir, was ich an deiner Stelle machen würde.

Projekt unverbindlich besprechen

Auch das kann das Ergebnis sein: lass sie so, wie sie ist.